Meet the Pride: Paweł Partyka

Lionbridge Games Test Manager


Reisen Sie nach Warschau und lernen Sie Paweł Partyka kennen, Test Manager bei Lionbridge Games. Paweł versteht sich besonders darauf, Teams voller neugieriger Teamplayer zusammenzustellen. Die wundersame Verwandlung von Spielen von einem Haufen lebloser Polygone zu einem vollen Spielerlebnis, das Gamer rund um den Globus in seinen Bann zieht, ist für Paweł immer wieder ein einmaliger Prozess. Ganz oben auf Pawełs Liste von Lieblingsspielen steht unangefochten Legend of Zelda, aber auch Tabletop-Rollenspiele und Romane von Stephen King, Frank Herbert und Andrzej Sapkowski haben es ihm angetan.

Welche Aufgaben hat ein Test Manager bei Lionbridge Games?

Ich bin dafür zuständig, Projekt-Teams aus Software Test Engineers und Testern für verschiedene Spiele zusammenzustellen und zu unterstützen. Tatsächlich habe ich zunächst selbst als Tester angefangen. Dank Mentoring und Weiterempfehlungen meiner Kollegen habe ich es zum Software Test Engineer und schließlich zum Test Lead geschafft. Während meiner Zeit als Test Lead habe ich sehr eng mit Spieleentwicklern zusammengearbeitet und ein tiefergehendes Verständnis für die Spiele und Design-Tests gewonnen, mit denen wir ihre Performance überprüfen. In meiner jetzigen Position als Test Manager arbeite ich mit anderen Test Leads zusammen, um deren Teams aufzubauen und zu unterstützen, aber auch mit Geschäftspartnern, um ihnen dabei zu helfen, ihr nächstes großes Ding zu entwickeln.

Was ist das Erfolgsgeheimnis eines Test-Teams?

Unsere Teams setzen sich aus Personen zusammen, die alle an einem Strang ziehen und voneinander lernen. Niemand hier arbeitet von den anderen abgekoppelt. Die Teams werden so strukturiert, dass jeder Gelegenheit hat, Mentoring für die anderen im Team anzubieten und zugleich neue Kniffe und Skills von anderen Teammitgliedern zu erlernen. So können sich alle fundiertes Wissen über das Projekt aneignen, während sie sich ihren Interessen entsprechend auf bestimmte Skills spezialisieren.

In diesem Sinne ist Testing also ein Beruf für leidenschaftliche Gamer, die den ganzen Tag fürs Spielen bezahlt werden?

Ha, schön wär’s! Wer das möchte, sollte vielleicht besser Streamer werden, auch wenn das sicherlich nicht zu unterschätzen ist. Die Rolle des Testers ist einzigartig, insofern sie einen direkten Einstieg in die Spieleindustrie ermöglicht – ohne technisches Vorwissen in Coding oder Testing. So kann man etwas hineinschnuppern, bis man die richtige Sparte gefunden hat, in der man sich weiterentwickeln möchte. Lionbridge Games arbeitet mit Studios zusammen, um vielerlei Rollen im kreativen, technischen und programmatischen Bereich anzubieten, die unseren zentralen Testing- und Lokalisierungsdiensten nahe stehen. Oftmals übernehmen Tester auch solche Rollen. Vielleicht auch wie in meinem Fall eine Karriere im Testing selbst! Es gibt viele verschiedene Bereiche des Testings zur Spezialisierung, zum Beispiel Automatisierung, Compliance, Penetrationstests und so weiter. Wer wissbegierig ist und viele Fragen stellt, erlangt nach und nach ein besseres Verständnis der anderen Rollen, die einem offen stehen. Schließlich hört niemand einfach auf, seine Fähigkeiten und Kenntnisse weiterzuentwickeln.

Aber trotzdem: Die ganze Welt kann es kaum erwarten, diese Spiele selbst auszuprobieren, und Sie können sie als einer der Ersten spielen, oder?

Das stimmt natürlich. Eines Tages ganz kurz vor Release haben wir dieses Spielerlebnis noch vor allen anderen. Aber noch interessanter ist die Zeit, in der ich diesen Spielen dabei zusehen kann, wie sie von bloßen Gerüsten in zusehends robuste, komplexe, packende Spielerlebnisse verwandelt werden, die es vermögen, ihre Spielerschaft zu fesseln – dieser Vorgang fasziniert mich ungemein. Als würde man eine Pflanze hegen und ihr dabei zusehen, wie sie von einem kleinen Sprössling plötzlich zum Bonsaibaum heranwächst.

Das muss ein tolles Gefühl sein.

Jeder Beruf hat seine Höhen und Tiefen und es steckt eine Menge Arbeit in so einem Projekt. Aber selbst nach all den Jahren der Zusammenarbeit mit unseren Partnerstudios, um ein Spielerlebnis abzuliefern, das Millionen von Spieler begeistern kann, gibt mir das ein Gefühl der Zugehörigkeit und eines höheren Sinns hinter all der harten Arbeit. Und natürlich ist es toll, wenn mein Name in den Credits zu lesen ist.

Wie können Interessierte in das Berufsfeld Games Testing einsteigen?

Ganz unterschiedlich. Es gibt viele Quereinsteiger in dieser Branche. Manche bewerben sich gleich nach dem Schulabschluss, andere sind mit ihrer Karriere in einem anderen Bereich nicht mehr ganz zufrieden und suchen etwas Neues. Es wird kaum Erfahrung vorausgesetzt, Bewerber*innen brauchen nichts weiter als eine Leidenschaft für Spiele und die richtige Einstellung. Beim Testing kommt es vor allem darauf an, Muster zu identifizieren: Was ist anders im Vergleich zum Spielerlebnis bei anderen Spielen. Ist das ein beabsichtigter Teil der Design-Philosophie oder unerwünschtes Verhalten?

Was raten Sie Interessierten, die gerne bei Lionbridge Games anfangen möchten?

Lassen Sie sich auf etwas völlig Neues ein. Viele haben Angst davor, einen großen Fehler zu begehen. Aber wir haben Partner aus vielen verschiedenen Kulturen. Alle sind super freundlich und bemühen sich um eine gute Zusammenarbeit. Sie sollten keine Angst davor haben, dem Team Ihre Heransgehensweise zu erläutern. Im schlimmsten Fall erhalten Sie Feedback, das Ihnen dabei helfen kann, sich zu verbessern. Ach, und machen Sie sich etwas mit Coding vertraut. Schon ein Verständnis der absoluten Grundlagen, wie Code strukturiert ist, kann Ihnen dabei helfen, die erwartete Funktion zu bestimmen und die entsprechend Kreativteams im Studio zu informieren.

Welche Sehenswürdigkeit sollten sich Touristen bei einem Besuch in Warschau nicht entgehen lassen?

Ich bin wohl etwas voreingenommen: Ich erfahre gern mehr über die Geschichte eines Ortes. Das Museum des Warschauer Aufstandes vermittelt eine Menge Kontext über Veränderungen der jüngsten Zeitgeschichte. Aber wer es lieber etwas weniger ernst mag, sollte sich unbedingt das Neonmuseum ansehen, dort werden alle möglichen Neonschilder aus den letzten 70 Jahren ausgestellt.

Und welches Gericht sollte man in Warschau nicht verpassen?

In der Nähe von unserem Büro in Warschau gibt es das Menya Musashi, da gibt es die besten Ramen der Stadt. Ganz klassische polnische Küche gibt es in einem Restaurant in der Altstadt. Der Name lässt sich am besten als „Unter dem Stahldach“ übersetzen und geht auf ein altes polnisches Sprichwort zurück. Und dann gibt es da noch die Milchbars (das polnische Gegenstück zum American Diner), wo es zu sehr kleinen Preisen traditionelle Gerichte gibt.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich liebe Fantasy-Bücher, insbesondere die Klassiker, aber ich lese auch Horrorromane und Krimis von Stephen King, Jo Nesbo, Frank Herbert und natürlich eine Menge polnische Autoren wie Andrzej Sapkowski. Seit Jahren bin ich schon Game Master für verschiedenste Tabletop-RPGs, ich erschaffe also schon seit Langem meine eigenen Welten für andere Spieler. Außerdem habe ich einen niedlichen Kater namens Ozzy, der wohl meine große Liebe ist – gleich nach meiner Frau.

Was steht als Nächstes für Sie an? Worauf freuen Sie sich schon?

Ohne zu viel über laufende Projekte verraten zu wollen … ich finde es super, dass es für kleinere Entwickler und Teams immer einfacher wird, Spiele für ein Millionenpublikum zu erschaffen. Mit Virtual Reality und Augmented Reality werden Spielerlebnisse immersiver für den einzelnen Spieler und bauen darauf mit anderen Spielern auf.


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